Archiv der Kategorie: Berichte

Presse Stimmen und Eindrücke zur ersten Etappe….wow was für ein Feedback!!!

Rodeo für Fortgeschrittene…die Yacht schreibt ausführlich über das Mini Transat und insbesondere über mich und meinen Mini 819

Yacht Artikel zur Vorstartphase der Mini Transat 2017

Segelreporter berichtet vom Vorstart und interviewt Oliver Tesloff

Yacht Artikel zum Start der Mini Transat 2017

Segelreporter berichtet über den Start und die ersten Meilen des Mini Transat 2017

Bordbesuch der Yacht auf meinem Mini 819 Go4it (VIDEO Beitrag)

Die Yacht berichtet über die ersten Tage auf See

Segelreporter berichtet über die ersten Tage des Rennens

Segelreporter nach zwei Dritteln der Strecke

Die Yacht über den fabelhaften Mini Spirit und die Rettung von Julien Mini 832

Segelreporter über die elend langen Flauten

Die Yacht über die ersten Zielankünfte (Protos)

Segelreporter über die ersten Zielankünfte (Protos)

Die Yacht berichtet über Oliver Tessloffs Zielankunft

Yacht berichtet über meine Zielankunft !!!!

Segelreporter berichtet über Oliver Tesslofs Ankunft

Die Yacht berichtet über Linas Zielankunft

Segelreporter ist amüsiert über mein „Hoch in den Mast Video“.. 🙂

Mini Transat 2017 – es geht los

Ja nun ist es tatsächlich soweit…der Start der Mini Transat steht unmittelbar bevor.

Go4it

Die letzten 2 Wochen in La Rochelle haben gezeigt, dass sich die 4 Saisons Vorbereitung gelohnt haben. Das Boot ist in bester Verfassung, auch der Skipper fühlt sich fit

Andreas im Niedergang

und Bereit, es kann nun wirklich losgehen. Alle Taschen sind gepackt, sämtliche Ersatzteile verstaut, das gefriergetrocknete Essen zusammengestellt und die Navigationsvorbereitungen sind beendet.

mjam mjam

Einzig das letzte Wetterbriefing steht noch aus und dann wird es morgen wohl losgehen auf den großen Sprung, raus aus der Biskaya und ab nach Süden bis nach Gran Canaria. Bis zum Ziel der ersten Etappe werden es ohne Frage schwierige Bedingungen werden die Wettertaktisch umgesetzt werden müssen.

Wer mich verfolgen möchte kann auf der Seite des Veranstalters den Race Tracker finden und falls dieser Link nicht funktionieren sollte geht ihr einfach direkt auf die Seite www.minitransat.fr/en

Im Menu (rechts oben) werdet ihr unter dem Punkt „follow the race“ den eingerichteten Tracker finden.

Als weiteres Highlight meiner Mini Transat Kampagne möchte ich auf die aktuelle Ausgabe der Yacht Zeitschrift „Yacht Ausgabe Nr.21“ hinweisen die in einem sehr ausführlichen Bericht über das Transat und vor allem über mein Boot und mein Training berichtet hat. Wie ich finde sehr lesenswert.

(c) Ben Scheurer

Ich freue mich wenn ihr mir nun alle für die erste Etappe die Daumen drückt und fleißig mitfiebert. Nicht vergessen, das Mini Transat ist keine Regatta mit Einheitsbooten, es gibt 2 Wertungen: 1. Die Prototypen, welche in der Regel vorne weg fahren, da Sie deutlich leichter und extremer an das Limit gebaut sind. Sie haben auch beschleunigende features wie z.B. schwenkbare Unterwasseranhänge, Wasserballast und viele weitere Besonderheiten. Diese Boote zu schlagen ist also kaum möglich. 2. Die Serienboote, welche ebenfalls nicht gleich sind, denn es gibt verschiedene Typen von Serienbooten. Auch die Serienboote unterstehen einer ständigen Entwicklung und so unterscheiden sie sich nicht nur in der Optik, sondern natürlich auch im Speed. Wenn man es sich einfach macht, dann schaut man sich die Bootsnummern an und unterteilt die Nummern der Serienboote in 3 Kategorien. Alle Boote unterhalb der Bootsnummer 450 (etwa) gehören der älteren Generation an, z.B. „Pogo1“ und Dingo. Sie werden meist hinten im Feld zu sehen sein, weil der aufgrund der Rumpfform zu erzielende Bootsspeed einfach etwas geringer sein wird. Alle Bootsnummern zwischen der 450 und etwa 860 sind Boote der zweiten Generation wie z.B. meines, eine „Nacira“, aber auch Boote des Typen „Pogo2“, „Dingo2“, „Argo“ oder auch „RG650“ gehören zu dieser Kategorie. Letztendlich gibt es auch die letzte Kategorie, die Boote der dritten Generation die ab der Bootsnummer 860 in etwa zu finden sein werden. Das sind die neuesten Boote der Typen „Pogo3“ und „Ofcet“….sie werden kaum zu schlagen sein weil die Entwicklung dieser Boote extrem weit voran geschritten ist. Wenn ich meine sportlichen Ziele also einordnen würde, dann würde ich mich über eine vordere Platzierung im Feld der Boote der zweiten Generation freuen. Am Ende steht aber natürlich vor allem das Ankommen….wer in Gran Canaria ankommt mit einem heilen Boot, der hat schon richtig was geschafft, denn die ca. 1250 Seemeilen (direkter Weg) werden aufgrund der Wetterlage deutlich überschritten werden. Ich rechne mit mehr als 1400 Seemeilen für den Weg nach Gran Canaria und so berechne ich meine Ankunft auf etwa den 12.10.2017.

Ich melde mich also wieder und freue mich über Eure gedrückten Daumen…..bis bald…Andreas

Mach kaputt was kaputt gehen kann und tausche es aus!!! (Teil 3)

Von Talamone aus sollte es nach Lorient gehen um im Mai an der Langstreckenregatta Mini en Mai teilzunehmen. 500 Seemeilen quer durch die Biskaya mit vielen Spannenden Passagen wie zum Beispiel der Passage „La Plate“. Einfach mal drauf klicken und das YouTube Video anschauen. Ja, da müssen wir vorbei segeln, so will es die Classe Mini.

Vorher musste ich aber noch sicher und nach Möglichkeit ohne Kontakt mit den Carabinieri durch Italien kommen und die Alpen überqueren. Was ist der direkteste Weg von Talamone nach Lorient? Die Autobahn Passage über Torino, Grenoble, Lyon und immer weiter nach Westen bis nach Lorient. Das Navi sagte mir etwa 1700 Kilometer voraus. Boa…was für eine Strecke. Mittlerweile mutig geworden packte ich die Gelegenheit und startete am Tag. Der Weg über Monaco via Marseille bis Lyon hätte einen riesen Umweg bedeutet und weil das Navigationssystem diese Route vorschlug und die gesamte Strecke über eine Autobahn führte dachte ich mir nichts dabei. Was ich allerdings nicht wusste war, dass die Strecke durch einen Mautpflichtigen Alpen Tunnel führt der bei meiner Ankunft auf dem Display eine Summe von über 300 € anzeigte. Kurz vorher hatte ich, so dachte ich zumindest, die Grenze Italien/Frankreich passiert und der Grenzer guckte schon sehr überrascht und fragte mich, ob ich denn auch auf diesem Wege gekommen sei. Er meinte mein Boot wäre ja sehr groß und ich versicherte ihm, dass es lediglich ein 6.50 kleines Boot wäre, er müsse sich keine Sorgen machen. So passierte ich den Posten und erreichte die besagte Mautstation. Als die Dame am Schalter erklärte, dass das Gespann ja mehr als 3 Meter hätte versicherte ich Ihr, dass es weniger als 3 Meter wären, doch Sie beharrte auf Ihrer Position und fing an mit einer langen Stange zu hantieren. Mittlerweile war ich umzingelt von Beschäftigten dieser Mautstation und komisch anmutenden Personen. Als ich begriff, dass Sie nicht die Breite, sondern die Höhe meinte machte ich mir zunächst keine Sorgen, denn die Höhe des Tunnels sollte ja klar ausreichen. Das tat er auch, aber genau deswegen sollte ich schon mehr als 300 € für die Passage zahlen. Als Sie die Ausmaße des Mini begriff, fragte Sie mich auch nach der Breite und ich sagte so um die 2,50 Meter. Sie runzelte die Stirn und die Jungs die sich mittlerweile um mein Auto versammelten fingen an ihr Maßband zu zücken. Als Sie begriffen, dass ich mind. 3 Meter breit sein müsse sagte Sie mir, das würde jetzt aber dann 460 € kosten. Als sich  auch der Grenzer langsam in meine Richtung begab wurde ich echt nervös, denn ich bekam Panik, dass ich jetzt noch kurz vor Frankreich von den Italienischen Carabnieri in die Mangel genommen würde. Ich gab Ihr meine Visa Karte und sagte, buch die Kohle ab und lass mich passieren. Sie wollte es nun aber genau wissen und sagte mir, ich dürfe jetzt rückwärts aus der Mautstation fahren und Sie würden mein Gespann vermessen. Als der Grenzer nicht mehr weit weg war fragte ich einen der Herren ob ich nicht umdrehen und einen anderen Weg fahren könne. Er bejahte das und so schnell wie er das sagte sah er mich auch umdrehen und den Weg zurück Richtung Torino antreten. Schnell in Sicherheit gebracht musste ich erst einmal eine Raststation finden um mein weiteres Vorgehen zu überdenken. Ich fuhr von der Autobahn und hielt auf die nächstgelegene Tankstelle zu. Allerdings, und das war mir gar nicht so bewusst, war ich ja schon mitten in den Alpen und als ich abfuhr befand ich mich mitten in einem Skigebiet mit engen Straßen, extremen Steigungen und Gefällen und Menschen die mit Ihren Skiern auf den Schultern von Ihrem Abfahrtstag zurückkamen.

Mini in den Alpen
Mini in den Alpen

Ich fühlte mich wie ein Außerirdischer und (immer noch in Italien) kurz davor ein echtes Problem mit der Polizei zu bekommen. Würde mir jetzt ein Carabinieri entgegen kommen, ich wäre erledigt. An der Tankstelle angekommen schaute ich auf das Navigationssystem und erkannte, dass Frankreich nur 15 Kilometer entfernt sei. Die Autobahn war ausgeschlossen, dass hatte ich ja gerade versucht. Also über die Bergpässe und erstmal nach Frankreich um in Sicherheit zu sein, denn für Frankreich hatte ich ja eine Genehmigung. Es folgten 4,5 Stunden Bergpass Fahrt über abenteuerliche Routen, an überraschten Passanten vorbei die nicht glauben konnten, dass Ihnen in Ihren Skiklamotten gerade ein Segelboot entgegen kommt usw. usw. Es war ein Abenteuer was ich definitiv nicht noch einmal erleben möchte. Italien ist super schön, aber nicht über Land mit dem eigenen Mini. Das steht einmal fest.

In Lorient angekommen machte ich einen Termin mit dem hiesigen Elektriker ab um meine Autopilot Probleme in den Griff zu bekommen. Ich erteilte ihm den Auftrag sämtliche Kabel von und zu dem Autopiloten und von da aus zu den Antrieben zu tauschen um allemal das Problem aus der Welt zu schaffen. Leider leider, aber der Elektriker ist zwar eine Koryphäe, aber er ist auch etwas verplant und so verhaspelte er sich mit der Zeit und tauschte nur ein paar Kabel die augenscheinlich in einem schlechten Zustand waren. Den ganzen Auftrag, so wie ich ihn mit ihm besprochen hatte hatte er leider nicht erledigt, obgleich er 4 Wochen Zeit hatte. So ist es kein Wunder, dass mich dieses unsägliche Problem auch auf der dritten Regatta des Jahres begleitete. Weiterhin war ja auch noch die defekte Windanlage an Bord und auch diese musste repariert werden. Simon Koster, der erste Eigner meines Mini hatte sich freundlicherweise der Sache angenommen und die Windanlage versucht zu reparieren. Allerdings kam auch er irgendwann nicht weiter und so machten wir doch den Versuch NKE zu überreden den Windsensor anzuschauen. Da ich mittlerweile mit Namen dort bekannt bin haben Sie sich tatsächlich der Sache angenommen und Siehe da, Sie konnten die Windanlage für sage und schreibe 56 € reparieren, es soll Wasser in den Sensor gekommen sein. Wie das sein kann ist mir schleierhaft, denn alles ist verschlossen. Das ist aber immerhin das erste Mal, dass ich für kleines Geld etwas auf meinem Mini repariert bekommen habe…was ein Erlebnis. Jetzt musste nur noch der Carbon Wing an den Sensor laminiert werden und wie üblich in Lorient gibt es für jeden Job auch irgendwo eine Koryphäe. In diesem Fall war es Marianne Moulec die in einer kleinen Hinterhofwerkstatt eine Carbonküche eingerichtet hat. Einfach cool. Sie sagte nur….“don´t ask me for the price“ und ich sagte….“ok please do it“. Für 150€ bekam ich einen wieder 100% festen und laminierten Carbo Wing. Soweit so gut.

Mini en Mai 2017
Mini en Mai 2017

Angekommen in La-Trinite-Sur-Mér machte ich mich wieder an die üblichen Arbeiten das Boot segelklar zu bekommen. Schnell noch den Security Check abgehakt. Es war tatsächlich alles vorhanden, das neue Narwal Segel für kleinere Veränderungen verpacken und nach Polen schicken, das reparierte (alte) X-Viole Segel wieder aus Lorient abholen. (typisch französisch ist natürlich nur die Hälfte repariert worden) und dann sollte es für eine erste Testfahrt raus gehen in die Bucht von Quiberon. Draußen endlich wieder in meinem Element fühlte ich mich wohl und richtig am Platz, aber was war das? Also entweder stimmt meine Wahrnehmung nicht mehr oder die Windanlage zeigt viel zu viel Wind an. Bei geschätzten 17 Knoten Wind zeigte die Anlage etwa das Doppelte an. Das war sehr merkwürdig.  Am Ende stellte sich heraus, dass NKE wohl neue Teile in meinen alten Sensor eingebaut hat. Die neuen Sensoren haben andere Wind Paddle um die Windstärke zu messen. Bei mir haben Sie aber ein altes Paddle (so wie vorher) eingebaut aber die neuen Teile. Das hat wohl nun zur Folge, dass ich meinen älteren Windsensor so kalibrieren muss wie die neuen Sensoren, was mit dem alten Paddles eigentlich nicht sein sollte. Egal, am Ende ist es nur eine Initialisierungsfrage, aber das hat mich natürlich mal wieder etwas Nerven gekostet. Das erfreuliche war, dass der Pilot einwandfrei seine Arbeit gemacht hat und so entschied ich mich nach einer kleinen Rund in der Bucht zurück in den Hafen zu segeln.

Routing Mini en Mai
Routing Mini en Mai

Die kommenden 1,5 Tage verbrachte ich damit mich auf die Navigation des 500 Seemeilen langen Kurses vorzubereiten. 60 Kartenausdrucke aus dem Navigationsprogramm ein Laminieren, Wegpunkte setzen, Grib files laden, Routing besprechen und und und. Da geht viel Zeit bei drauf und so war es kein Wunder, dass ich mal wieder bis 1 Uhr nachts vor dem Start gebraucht habe um alles fertig zu bekommen. 2 meiner deutschen Konkurrenten mussten schon vor dem Start einpacken. Lina mit Ihrer Pogo 2 hatte Schulter Probleme und Chris mit seiner Pogo 3 musste aus familiären Gründen schnell nach Hause. Also blieben noch Oliver Tessloff und ich übrig. Jörg Riechers hatte es ja vorgezogen aufgrund der knappen Zeit das Schiff von Tunesien aus nach Spanien zu verlegen und so ging ich dann am Dienstagmorgen voller Erwartungen auf mein Boot und setzte die Segel. Ein Schlauchboot zog mich die ersten Meter aus dem Hafenbecken und dann ging es Richtung Startlinie. Ich schaltete den Autopiloten ein und ging nach vorne um das Gummi der Genua zu lösen und wunderte mich warum das Boot nicht Kurs hält. Als ich nach hinten kam bemerkte ich, dass der Pilot nicht mehr eingeschaltet war. Hmmmm….komisch…..aber naja, wieder eingekuppelt und nach wenigen Sekunden schaltete die Kupplung wieder ab…..So eine Schei….das kann doch nicht wahr sein….wieso läuft der Pilot denn jetzt wieder nicht???? Die Antwort auf diese Frage kann ich zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht sagen und deshalb komme ich auf die Überschrift dieses Artikels zurück….

Mach kaputt was kaputt gehen kann….jetzt ist es an der Zeit dieses Problem ein für alle Male abzustellen. Ich habe dem Elektriker klar gemacht, dass wir eine Endlösung für dieses Problem brauchen und dass ich keine Kompromisse eingehen will. Das kostet natürlich, wie immer, eine Stange Geld…wieviel weiß ich noch nicht, weil hier nach Aufwand abgerechnet wird, aber günstig wird es bestimmt nicht. Bleibt zu hoffen, dass meine Nerven und mein Geldbeutel nicht noch weiter auf das härteste strapaziert werden….

Ein Ergebnis für diese Regatta kann ich aus den oben genannten Gründen leider nicht liefern, denn ohne Autopilot ist an Schlaf nicht zu denken und das ist bei 500 Seemeilen nicht möglich. Zum Glück ist meine ganze Qualifikation bereits durch und so kann ich diese Rückschläge verschmerzen. Für das Transat habe ich dann hoffentlich alle möglichen Probleme einmal durchgespielt und gesehen sofern nicht neue Probleme dazu kommen….aber wahrscheinlich gehört das einfach dazu und man muss da durch…

……die kommende Regatta ist die „Trophé Marié Agnés Peron“, das sogenannte MAP. Für mich wird es der letzte Check vor dem Transat unter Regatta Bedingungen sein. Wenn bei diesem Rennen alles reibungslos läuft mache ich 3 Kreuze. In diesem Sinne….bis bald…Andreas

Mach kaputt was kaputt gehen kann und tausche es aus!!! (Teil 2)

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen…so heißt es ja so schön. Deshalb machte ich mich direkt nach der Zielankunft in La grande Motte an das Abbauen des Bootes um es für den Transport nach Italien vorzubereiten. Dummer weise sind wir alle wegen der Flaute gut einen Tag später im Ziel angekommen und so hatte ich bereits meinen Krantermin am selbigen Tag. Keine Zeit für Schlaf und so begann ich ohne Pause und bereits seit 28 Stunden wach mit den Vorbereitungen des Kranens wie z.B. in den Mast klettern um Windanlage und Windex abbzuauen. Ca. 4 Stunden später stand ich dann am Kran um bei zunehmenden Wind verladen zu werden. Es setzte dann der bekannte Mistral ein den ich bislang immer nur aus Büchern, wie z.B. dem schönen Buch „Atlantikfieber“ meines Freundes Jan Heinze, mit dem ich das nächste Rennen segeln wollte, gelesen hatte. Das der Mistral solch eine Stärke erreichen würde, dass gar eine Farr 40 mit gewiss mehreren Tonnen Gewicht im Kiel direkt vom Hafen Craddle geworfen wurde hätte ich nicht erwartet. Das Boot hatte leider einen Totalschaden. Weitere Bilder auf Anfrage.

Farr 40 droped from craddle
Farr 40 droped from craddle

Die Fahrt nach Italien ist nicht ganz trivial, denn in Italien ist es nicht erlaubt Boote mit Überbreite in Eigenregie zu transportieren. Dafür muss man für „sehr“ viel Geld eine Spedition beauftragen…..oder schwarz fahren….Mein lieb gewonnener Freund Andrea Fornaro der gerade mit seinem brandneuen Prototypen Sideral in „La grande Motte“ seine Jungfernfahrt bestritten hatte erklärte mir, dass es kein Problem wäre in der Nacht durch Italien zu fahren…es würde eh keinen interessieren und man behindert nachts ja keinen. Wir könnten gerne zusammen fahren. Total übermüdet und mittlerweile über 36 Stunden ohne Schlaf überredete ich Ihn noch eine Nacht Schlaf nachzuholen um zum einen der Gefahr aus dem Weg zu gehen das Boot in einer Mistral Boe zu verlieren und zum anderen Leib und Leben wegen totaler Übermüdung zu riskieren.

Eine gute Entscheidung um den Titel dieses Berichtes nicht weitere Beispiele zu liefern. Nach einem fürstlichen Mal in einem der doch sehr guten Restaurants dieses Örtchens ging es am folgenden Morgen Richtung Italien. Mein lieber Andrea entschied sich dann aber an der Grenze zu Italien nicht auf den Einbruch der Nacht warten zu wollen und fuhr direkt weiter. Ganz allein durch Italien wollte ich es nicht versuchen und so fuhren wir weiter in einer Mini Kolonne aus 2 nicht unbedingt unauffälligen Gespannen. Nach ca. 13 Stunden Fahrt und mehr als 800 Kilometern Strecke kamen wir im unfassbar süßen Örtchen Talamone in der südlichen Toskana an. Das Wetter war grandios und die letzten Sonnenstrahlen schienen mir entgegen. Ziemlich kaputt fiel ich in die Koje (welche übrigens für 3 Wochen aus der ausgeklappten Liegefläche meines Audi A6 bestand) und wachte mit den folgenden Sonnenstrahlen des kommenden Morgens auf.Der Kranmeister des Hafens half mir den Mast direkt an Land mit dem Boot auf dem Trailer zu stellen, denn ins Wasser wollte ich noch nicht. Der Start der Regatta war noch 1,5 Wochen hin und ohne Antifouling unter dem Boot ist schnell Bewuchs am Rumpf. Das muss nicht sein. Außerdem wollte ich das Boot so schnell wie möglich fertig bekommen um für 4 Tage nach Hause zu fliegen und endlich meine Familie wieder zu sehen. Außerdem hatte ich Geburtstag und den wollte ich Zuhause verbringen.

Ersatzanlage installiert
Ersatzanlage installiert

Da meine Windanlage ja den Geist aufgegeben hatte, installierte ich kurzer Hand die Ersatzanlage an der selbigen und so sah mein Mini ein wenig aus wie die großen Open 60s der IMOCA Klasse die grundsätzlich mit 2 Anlagen durch die Gegend feuern. Hatte auch was. Für die kommende Regatta „Arcipelago 6.50“ fühlte ich mich gut vorbereitet. Mit der Ersatzwindanlage würde es gehen und außerdem ist es eine  double handed Regatta wo ein Autopilot nicht unbedingt zu 100% von Nöten ist.

Wie war doch diese Aussage sein kann ergab sich während der Regatta als nach mehreren Stunden Fahrt der Autopilot seinen Dienst einstellte bzw. langsam Stück für Stück immer weniger arbeiten wollte. Irgendwann am folgenden Morgen ließ er sich gar nicht mehr einkuppeln und gab die Fehlermeldung Low Power. Das war allerdings recht komisch, denn die Batterien waren vollgeladen und standen noch gut im Saft. „Wieso läuft der Autopilot denn nun nicht mehr und wieso sollen die Batterien zu wenig Spannung haben“, das hatte ich in dem Moment gedacht und wie sich am Ende nach der Fehlerdiagnose heraus stellte war es ein mittlerweile veraltetes Kabel welches die Spannung für den Piloten nicht mehr konstant halten konnte. Zum Glück also keine große Reparatur, denn der Autopilot ist neben der Windanlage ja ein weiterer extrem teurer Ausrüstungsgegenstand in meinem Boot. Leider leider, aber in Teil 3 dieses Berichtes muss ich dieses Thema noch einmal aufnehmen.

Arcipelago
Arcipelago

Was die Regatta anging war es in der Tat fast ein Spiegelbild zur Regatta in „La grande Motte“. Erst war kurz Wind, dann kam die Flaute (nur war Sie in dieser Regatta nicht 10 Stunden, sondern gut 24 Stunden lang) und am Ende kam nicht der Mistral, sondern der Scirocco. Ein Fallwind der von den Bergen der vielen großen Inseln die jeweils einen riesigen Berg beherbergen herunter schießt. In unserem Fall kam er von Elba herunter geschossen. Gerade als ich zu Beginn der zweiten Nacht ein Nickerchen machen wollte, weil mich die Flaute sowas von angekotzt hat, dass ich es nicht mehr ertragen konnte, ging der Wind innerhalb von 2 Minuten von 0 Knoten auf etwa 30 Knoten hoch. Ohne Ölzeug angehabt zu haben ging es nach draußen um schnell 2 Reffs in das Großsegel einzuziehen. Auch Jan (mein Co-Skipper) wurde völlig überrascht und musste in seinen leichten Klamotten ausharren. Nach einiger Zeit entspannte sich die Situation aber und so pendelte sich der Wind bei etwa 15-22 Knoten ein. Die Restlichen Stunden bis ins Ziel vergingen dann recht schnell und so liefen wir zur Mittagszeit des dritten Segeltages als 9. Von 16. Serienbooten über die Ziellinie. Auch nicht gerade ein berauschendes Ergebnis, aber ich muss mir auch ganz klar eingestehen, dass Flauten Segeln noch nie meine Spezialität war und die Nacira ebenfalls nicht für dieses Windband konstruiert wurde. Mit dem Ergebnis muss ich also zufrieden sein. Dennoch ist es so, dass ich auch auf der zweiten Regatta diesen Jahres einen technischen Defekt hatte den es abzustellen gilt, denn auf dem Transat können technische Defekte zu einem echten Problem werden. Schließlich ist da kein Hafen in der Nähe den man mal schnell anlaufen kann.

Mach kaputt was kaputt gehen kann und tausche es aus!!! (Teil 1)

So oder so ähnlich kommt es mir vor wenn ich an die letzten 3 Regatten denke. Angefangen hat es dieses Jahr, zum ersten Mal, im Mittelmeer im beschaulichen Örtchen „La grande Motte“. Allein die 1500 Kilometer Anfahrt sind wie auch nach Lorient (1400 Km) immer eine anstrengende und kostspielige Angelegenheit. Allein was an Sprit und Mautgebühren anfällt ist immer wieder abenteuerlich. Dieses Mal sind mir auf der Hinfahrt 2 Wantenspanner mit denen der Mast am Schiff verstagt wird verloren gegangen. Eigentlich hab ich die immer fest gedreht und einen Segelsack als Auffangsicherung über den Mast gezogen. Nach vielen Tausenden von Kilometern ist dieser aber auch nicht mehr ganz im besten Zustand, sodass die Wantenspanner wohl irgendwie auf der Autobahn ins Jenseits geflogen sind. Genau die passenden Spanner im Segelshop um die Ecke zu bekommen hört sich zwar trivial an, ist es aber nicht, denn auch für dieses Ersatzteil gibt es zig Hersteller und so mussten Sie erst einmal bestellt werden. Meinen Mast konnte ich also noch nicht stellen und so begann ich mit den Vorbereitungen für die Regatta.

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La grande Motte ist so ein typischer Touristen Ort mit Bettenhochburgen und Restaurants an jeder Ecke, der Segelclub ebenfalls ein typischer Mittelmeer Club, direkt am Strand mit viel Fensterfront und einer chilligen Sofa Ecke, quer durch den Clubraum. Dafür ist hier Ende Februar aber auch schon feinster Frühling und sogar die kurzen Hosen konnten zeitweise ausgepackt werden. Was ein Segen wenn man aus dem winterlichen Hamburg zum Frühlingssegeln nach Süd Frankreich fahren kann. Anfang März startete also die erste Mini Regatta dieser Saison die auch zugleich meine Qualifikation für das Mini Transat abschließen sollte, denn im Jahr des Mini Transat muss mindestens eine Mini Regatta vorher gesegelt und beendet worden sein, ansonsten gibt es keine Startberechtigung.

Mini 819 new Brand
Mini 819 new Brand

Für mich war diese Regatta also irgendwie auch ein Pflichtprogramm obgleich natürlich genügend weitere Regatten dieses Jahr als Option möglich gewesen wären. Aber der frühe Vogel fängt ja bekanntlich den erwünschten Wurm und so war es dann auch bei mir. Ich beendete die Regatta als 8. von insgesamt 9 Serienbooten was ganz bestimmt nicht meinem Anspruch an ein Regattaergebnis entspricht, aber gemäß der obigen Überschrift lässt sich erahnen, dass die Regatta nicht nach Plan verlaufen ist. Am Ende würde ich sagen war ein großer taktischer Fehler maßgebend für das Ergebnis, denn die einsetzende Flaute auf der rechten Seite des Regattakurses hatte ich nicht kommen sehen und so war ich mit 2 weiteren Serien Minis von jetzt auf gleich im völligen Stillstand. Der Rest des Feldes, der anscheinend besser vorbereitet und wahrscheinlich auch mit den entsprechenden Revierkenntnissen ausgestattet war verabschiedete sich und war nicht mehr gesehen. Zwischenzeitlich als letzter im Feld gelang es mir bei Einsetzen des Windes, welcher dann auch von jetzt auf gleich mit 30 Knoten + aufkam, wenigstens einen Proto und ein Serien Mini zu überholen. Leider passierte dann das was auf einem Mini nach Möglichkeit nicht passieren sollte…meine Windanlage die für den Autopiloten so wichtig ist, wie für einen Motor der Sprit, gab ihren Geist auf und sendete keine Daten mehr. Ich versuchte noch an Bord die Steckverbindungen zu überprüfen, aber es kam einfach nichts mehr von oben an. Die Ersatzwindanlage die ich für solche Fälle an einer Carbon Stange am Heck befestigen kann hatte ich sinnvollerweise vor der Regatta ausgestaut weil ich davon ausging, dass auf einer 100 Seemeilen kurzen Sprint Strecke alles Gewicht was zu viel sein könnte von Bord muss. Was hab ich mich geärgert genau dieses Teil von Bord zu nehmen. Es hätte mir den Weg zurück, der natürlich unter Volldampf mit Medium Spi und Vollwaschgang im Cockpit ablief, sehr erleichtert. So fuhr ich nur noch nach Kompass Modus was bei drehenden Winden recht anstrengend sein kann. Egal, am Ende war ich froh meine Qualifikation beendet zu haben. Das Rennen war in der Tat eine der anstrengendsten Regatten  die ich bislang gesegelt hatte, obwohl Sie nur 100 Seemeilen lang war. Zu dem Flauten Pech mit Psychostress kam Starkwind mit technischen Problemen.

Custom Carbo Wing
Custom Carbo Wing

Mache kaputt was kaputt gehen kann.

Im Prinzip war das genau mein Motto für diese Saison, den alles was ich vor dem Transat kaputt mache, das sollte auf dem Transat heil und in einem guten Zustand sein. Hoffentlich jedenfalls J Dennoch, eines der teuersten Teile an Bord, der Windsensor kostet neu ca. 1800 €, sollte nach Möglichkeit nicht kaputt gehen. Meine Hoffnung lag darin, dass sich lediglich eine Lötstelle im Sensor gelockert hat und man diese nur neu verlöten müsse. Aber wie an diese Stelle ran kommen? Und wo ist das Kabel überhaupt an den Sensor gelötet? Oder ist es gar nicht gelötet? Der Windsensor ist ein custom Made Teil welches Simon Koster zusammen mit Freunden beim Transat 2013 in Eigenregie zusammen gebaut hat. Damals wohl als „never open again“ Version konzipiert hat sich keiner darüber Gedanken gemacht wie man den jemals wieder öffnen soll. NKE, die Firma die diese Sensoren herstellt mag es gar nicht, wenn Ihre Produkte in selfmade Manier verändert werden und so war auch klar, dass ich eine Lösung finden muss, das Teil anderweitig repariert zu bekomme. Ich hatte schon des Öfteren mitbekommen, das NKE einen wieder weg schickt uns solche Custom Made Lösungen nicht reparieren will.

Die Endlösung war dann den Dremel zu nehmen und den Sensor vom Carbon Wing abzutrennen. Keine wirklich sanfte Lösung….aber dazu später mehr in Teil 3 🙂

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Interview auf Active Outside

Ein sehr ausführliches Interview über mich und meine Transat Kampagne….meine up´s und down´s und Gedanken über alles rund um die Kampagne…..vielen Dank an Hubert Hell für das Übersetzen.

go to the Interview

A very nice interview about me and my campaign….written at the blog Active Outside….it is very detailed and explains my thoughts about the up´s and down´s…lots of thanks to Hubert hell to translate it…

Simarine steigt mit ein !!!

Simarine.net steigt mit ein in mein Projekt Mini Transat 2017 und unterstützt mich mit innovativer Hardware für ein perfektes Energiemanagement.

Bereits für das kommende Rennen „Mini en Mai 2017“ werde ich den neuen Pico von Simarine testen können.

Ich freue mich sehr über diese tolle Unterstützung und bin gespannt wie der Energieverbrauch auf meinem Boot über die kommenden 500 Seemeilen in der Bretagne verläuft und wie ich den Energiehaushalt in Zukunft verbessern und managen kann.

Voller Vorfreude geht es Anfang Mai nach „La Trinite sur Mer“

 

I would like to present my new sponsor Simarine.net

The Company will support my Mini Transat Campaign with innovative energy hardware that can show you the real time battery status and consumption. The Pico will help to improve my battery management and can show a lot of helpful informations. It wil be onboard the next Race „Mini en Mai“ that will start from „La Trinite sur Mer“  (500 nautical Miles across the bay of Biscay. I am really happy and excited to use it.

Cheers Andreas

Messe boot Düsseldorf

Am Samstag den 28.01. und Sonntag den 29.01.2017 wurde ich von der Messe boot Düsseldorf eingeladen etwas über mein Projekt Mini Transat 2017 zu erzählen. Es fand im Rahmen eines Interviews, zusammen mit meiner Konkurrentin Lina Rixgens, statt.

Messe boot 2

Es hat sehr viel Spaß gemacht, das Publikum war super und anhand des Beifalls war zu erkennen, dass großes Interesse und entsprechende Faszination an dieser Regatta besteht.

Weitere Vorträge werden bestimmt folgen. Nun geht es aber zunächst an die letzten Vorbereitungen und Reparaturen am Boot.

Abfahrt Süd Frankreich ist am 25.02.2017!!! Im Gepäck sind dann die neuesten Schnitte meines Sponsors Narwal Narwal Sails